Der Ilford HP5 Plus liegt bei mir fast immer in der Kamera. Nicht, weil ich alle Filme durchprobiert und wissenschaftlich verglichen hätte, sondern weil er halt ein Klassiker ist: ISO 400, Schwarzweiß, verzeiht fast jeden Belichtungsfehler. Hier erzähle ich, was den HP5 ausmacht, warum ich ihn nicht immer mit 400 belichte, sondern auch mal mit 800 oder 200 und wie er im Vergleich zu anderen Filmen dasteht.

Kurz & schmerzlos
Warum ausgerechnet der HP5
Wer mit Schwarzweißfilm anfängt, landet früher oder später beim HP5 oder beim Kodak Tri-X. Den HP5 gibt es als HP5 Plus seit 1989, die HP-Reihe von Ilford sogar schon seit den 1930ern. Er ist überall zu bekommen und läuft in jeder Kamera, bei mir in der Canon EOS-1. Vor allem aber nimmt er einem nichts übel. Für jemanden, der beim Belichten gern mal danebenliegt, ist das kein schlechtes Argument.
Was den HP5 Plus ausmacht
- ISO 400: Genug Empfindlichkeit für drinnen, Dämmerung und graue Novembertage.
- Großer Belichtungsspielraum: Ein bis zwei Blenden daneben sind meist kein Drama, vor allem bei Überbelichtung.
- Pushen möglich: Laut Ilford bis EI 3200, mit längerer Entwicklung. Dazu kommt hier bald ein eigener Filmriss-Beitrag.
- Sichtbares Korn: Klassisch körnig, aber nicht grob. Wer es glatt mag, ist bei anderen Filmen besser aufgehoben.
- Preis: Ein Kleinbildfilm mit 36 Aufnahmen kostet derzeit etwa 12 bis 17 Euro (Preisvergleich bei Geizhals).
Alle technischen Details stehen im Datenblatt von Ilford (PDF, Englisch).
Nicht nur ISO 400: Mal 800, mal 200
Auf der Packung steht 400, aber ich halte mich nicht immer dran. Je nach Licht und Laune stelle ich an der Kamera auch mal ISO 800 oder ISO 200 ein. Bei 800 bekommt der Film eine Blende weniger Licht. Das hilft drinnen und in der Dämmerung, dann muss er aber länger entwickelt werden (Pushen), und Korn und Kontrast nehmen zu. Bei 200 bekommt er eine Blende mehr Licht: mehr Zeichnung in den Schatten, die Bilder wirken etwas weicher. Der HP5 steckt beides locker weg.
Wichtig ist nur, dass du einen Film durchgehend gleich belichtest und dir merkst, welchen Wert du benutzt hast. Spätestens beim Entwickeln willst du das wissen. Ein Zettel in der Kameratasche oder ein Stück Klebeband auf der Rückwand hilft.
Andere Schwarzweißfilme im Vergleich
- Kodak Tri-X 400: Der große Konkurrent. Ähnliches Korn, etwas mehr Kontrast, meist etwas teurer.
- Kentmere Pan 400: Deutlich günstiger, kommt aus demselben Hause wie Ilford. Gut zum Üben, aber nicht ganz so gutmütig.
- Ilford Delta 400: Moderner Film mit feinerem Korn und mehr Schärfe, dafür weniger verzeihend und teurer.
Einen ausführlichen Vergleich mit Beispielbildern gibt es bei Gregory Couch (Englisch). Eine gute Gesamtbesprechung des HP5 hat EMULSIVE (Englisch).
Entwickeln im Keller
Meine HP5-Filme entwickle ich selbst, im Keller. Klingt nach Hobbylabor mit roter Lampe, ist aber unspektakulärer: Entwicklerdose, ein paar Flaschen Chemie, Thermometer, Uhr. Dunkel muss es nur beim Einspulen sein. Schwarzweiß ist dafür ideal, weil es bei Temperatur und Zeit nicht so pingelig ist wie Farbfilm.
Wie das genau abläuft und was ich dafür brauche, kommt in einem eigenen Filmriss-Beitrag. Bis dahin findest du alle bisherigen Analog-Beiträge in der Kategorie Filmriss.
Bei langen Belichtungen wird der HP5 träge. Wie lange du wirklich belichten musst, rechnet dir der Filmriss-Rechner aus.
Mein Fazit zum HP5
Der HP5 ist kein aufregender Film, und genau das mag ich an ihm. Er funktioniert einfach, ob mit 400 oder 200, ob bei Sonne oder im Grau. Wer mit Schwarzweiß anfängt, macht mit ihm wenig falsch. Elend gibt es dabei kaum, deshalb Elend-Level 1.
Gefragt & gejammert: Ilford HP5 Plus
Welche ISO hat der Ilford HP5 Plus?
Der HP5 Plus ist ein ISO-400-Film. Ilford gibt an, dass er sich bis EI 3200 pushen lässt, dann mit längerer Entwicklung.
Kann ich den HP5 auch mit ISO 200 oder 800 belichten?
Ja. Bei EI 200 bekommst du mehr Zeichnung in den Schatten, viele entwickeln dann ganz normal. Bei EI 800 musst du den Film pushen, also länger entwickeln. Dann werden Korn und Kontrast stärker.
Was kostet ein HP5 Plus?
Ein Kleinbildfilm mit 36 Aufnahmen kostet derzeit ungefähr 12 bis 17 Euro, je nach Händler.
HP5 oder Tri-X, was ist besser?
Keiner von beiden ist klar besser. Beide sind klassische 400er mit ähnlichem Korn. Der HP5 gilt als etwas weicher und gutmütiger, der Tri-X als etwas kontrastreicher.
Kann ich den HP5 selbst entwickeln?
Ja, Schwarzweißfilm ist der einfachste Einstieg ins Selbstentwickeln. Du brauchst eine Entwicklerdose, Chemie, ein Thermometer und einen dunklen Raum oder Wechselsack zum Einspulen.
Wer’s nicht glaubt: Ilford (Datenblatt HP5 Plus), EMULSIVE (Geschichte und Eigenschaften), Geizhals (Preise). Stand November 2026.
